Kantonsrat: Session vom 14./15. März

Steuererhöhungen vors Volk? Deutschkurse im Vorschulalter? Arbeiten bis zum siebzigsten Altersjahr? Neben drei Botschaften wurde an dieser Session auch der Planungsbericht Gesundheitsversorgung verabschiedet. Zudem fanden Ersatzwahlen für Richter und Staatsanwälte statt und es wurden  zwanzig Vorstösse behandelt.

Die diversen Änderungen im Gesetz über die Volksschulbildung beschäftigten uns bereits in zweiter Beratung. Nachdem in der Januarsession heftig über die küftige Rolle der Bildungskommission diskutiert wurde, ging es in der zweiten Beratung vor allem noch um redaktionelle Änderungen. Ein Vorstoss der FDP eröffnete dann doch noch einen Disput wie vorschulische Deutschkurse angesiedelt werden sollen und was genau eigentlich zur obligatorischen Schulzeit gehört. Die Mehrheit des Rates folgte in der Abstimmung aber der Kommissionsversion.

In der Botschaft B22 schlägt der Regierungsrat vor, dass bei Angestellten das Dienstalter auf Verordnungsstufe von 68 auf 70 Jahre angehoben werden kann. Die Flexibilisierung des Rentenalters wurde weitgehend begrüsst. Dem Grundsatz wonach Angestellte nur bei persönlichem Einverständnis weiter beschäftigt werden können, wurde ebenfalls Rechnung getragen. Einzelne kritische Voten betrafen den Umstand, dass die Regelung ein Schritt in Richtung Erhöhung des Rentenalters sein kann oder die Regelung auf Verordnungsstufe, welche es dem Regierungsrat ermöglicht ohne Einfluss des Parlamentes die Flexibilisierung zu erweitern. In der Schlussabstimmung wurde der Botschaft mit grosser Mehrheit zugestimmt.

Ein Initiativkomitee aus dem Kreis der SVP reichte am 17. April 2015 die Volksinitiative „ Steuererhöhung vors Volk“ ein. Die Initiative verlangt, dass eine Festsetzung des Steuerfusses für die Staatssteuern durch den Kantonsrat immer dann dem obligatorischen Referendum  zu unterstellen ist, wenn eine im Vergleich zum Vorjahr höhere Steuereinheit bestimmt wird. In der nun vorliegenden Botschaft B26 legt der Regierungsrat dem Kantonsrat nahe die Initiative als gültig zu erklären jedoch abzulehnen. Mit Ausnahme der SVP waren sich die Parteien einig, dass die Festlegung des Steuerfusses in die Legislative gehört, da der Kantonsrat die Verantwortung für Budget und Rechnung tragen muss. Damit wird die Initiative im Verlauf der nächsten Monate vor das Volk kommen.

Der Regierungsrat hat uns einen sehr detaillierten und ausführlichen Planungsbericht über die Gesundheitsversorgung im Kanton Luzern vorgelegt. In einer umfassenden Auslegeordnung wurden die verschiedenen Themenfelder und die grossen Herausforderungen für das Luzerner Gesundheitswesen in den nächsten Jahren aufgezeigt.
Dass nicht alle mit dem Bericht gleich zufrieden waren zeigten die 22 Änderungsanträge. Davon wurden aber lediglich 6 gutgeheissen. Zu diskutieren gab insbesondere die Kommunikation über die Spitalplanung oder das mehr als zwanzigjährige Psychiatrieleitbild. In der Schlussabstimmung wurde aber auch dieser Bericht zustimmend zur Kenntnis genommen.

Persönliche Meinung

Im Bereich der parlamentarischen Vorstösse hat mich vor allem die Motion 361, über die Harmonisierung beim Erlass von Verkehrsanordnungen beschäftigt.

Aktuell haben im Kanton acht Gemeinden die Signalisationshoheit auf Gemeindestrassen. Bei allen anderen Gemeinden entscheidet der Kanton. Der rechte Vorstoss wollte nun, dass der Kanton alleiniger Entscheidungsträger auf allen Strassen wird. Dieser zentralistische Ansatz hat mich doch sehr erstaunt.

Die Gemeinde Ebikon hat sich im letzten Herbst um diese Signalisationshoheit ebenfalls beworben, da wir in den vergangenen Jahren immer Unstimmigkeiten mit kantonale Strassenentscheide hatten (Rischstrasse, Schlösslistrasse, Kantonsstrasse). Ich habe mich deshalb dafür eingesetzt, dass die Entscheidungskompetenz nach Möglichkeit bei den Personen vor Ort liegt, welche wissen was zweckmässig und sinnvoll ist und nicht stur nach überreglementierten Ideen handeln.

Ich habe mich sehr gefreut, dass sowohl Motion wie auch Postulat abgelehnt wurden und bin nun sehr zuversichtlich, dass unser Gesuch bald behandelt wird.

Neujahrsklänge

Rigianzeiger vom 27.11.2015

Ebikon_Herbst_2013_0011klMitten in Ebikon auf dem Ende des Molassehügels tront die katholische  Pfarrkirche St. Maria. Vom fünfunddreissig Meter hohen Glockenturm schallen die fünf Glocken jeden Tag weit über das Rontal und verkünden neben Uhrzeit auch heute noch Freud und Leid.

Mein Vater war während siebzehn Jahren Sakristan in dieser Kirche. Dies hat unser Familienleben mitgeprägt. Zu dieser Zeit gehörten nebst den Aufgaben in der Pfarrkirche auch das Höflizentrum und der Wald der Kirchgemeinde in das Pflichtenheft des Sakristans. Dies führte dazu, dass wir vier Söhne rege in den Betrieb eingebunden waren, zum Beispiel beim Schneeräumen, Rasenmähen, im Wald oder bei weiteren Arbeiten. Selbstverständlich war dies auch die Chance unser Sackgeld aufzubessern.

Eine meiner schönsten Erinnerungen war jeweils die Aufgabe an Silvester das alte Jahr aus- und das neue Jahr einzuläuten. Da unsere Eltern sich traditionell an diesem Abend mit zwei weiteren Familien zum Jassen trafen, durften wir Söhne ab einem gewissen Alter die Glocken selbständig bedienen. Dabei galt es genaue Regeln einzuhalten. Zuerst wurde eine Viertelstunde vor Mitternacht während zehn Minuten mit der grössten Glocke das alte Jahr ausgeläutet, mit dem zwölften Stundenschlag dann zuerst die kleinste Glocke gestartet und sobald sie ertönte die nächste zugeschaltet, bis alle fünf Glocken im Einklang während wieder zehn Minuten das neue Jahr verkündeten. Anschliessend wurden alle Glocken in selber Reihenfolge wieder ausgeschaltet, bis nur noch die grosse Glocke einsam ausschwang. Unser Vater stand jeweils bei offenem Fenster zu Hause und hörte genau hin, ob alles auch richtig vonstatten ging.

Wir empfanden dies immer als sehr ehrenvolle Aufgabe, da sich die Silvesterfeiern zu dieser Zeit noch viel mehr am Kirchturm als an Digitaluhren oder am Radio orientierten.

Kirchenglocken der Pfarrkirche Santa Maria

Die älteste Glocke, die Es­Glocke, ist 1400 kg schwer und wurde 1903 bei Rüetschi in Aarau gegossen. Im Jahre 1955 wurden vier neue Glocken im Gesamtgewicht von 6750 kg erworben:

– die Dreifaltigkeitsglocke, Ton „B“, Gewicht 3350 kg

– die Bet-Glocke, Ton „Des“, Gewicht 2100 kg

– die Sebastiansglocke, Ton „Ges“, Gewicht 900 kg

– die Schutzengel-Glocke, Ton „B“, 400 kg.

Das neue Geläute verdankt sein Entstehen der Initiative von Theo Portmann und den Spenden vieler Gönner. Die Weihe der Glocken fand Sonntag, den 15. Mai 1955 statt.

(Quelle: Ortsbuch Ebikon 1984)

Gesamtverkehrskonzept Luzern

Das Gesamtverkehrskonzept Agglomerationszentrum Luzern war in den vergangenen Wochen ein grosses Thema. Der nachfolgende Film zeigt auf, wie die Verkehrsprobleme der Stadt Luzern für die nächsten Jahre angegangen werden.

Für mich immer wieder die interessante Erkenntnis, dass Mobilität in erster Linie mit Physik zu tun hat und nicht mit rechter oder linker Politik.

Ebikon soll attraktiver werden

Am letzten Freitag durften die Gebietsmanagerin von Luzern Plus, Nathalie Mil, und ich beim Regionaljournal Innerschweiz anlässlich der Gemeindehausplatzeröffnung ein Interview zur Entwicklung von Ebikon und des Rontals geben. Im Zentrum standen vor allem der Strassenraum, der Gemeindehausplatz und die Identität.

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Die Bevölkerungsbefragung im Jahr 2013 hat als grösste Probleme für die Gemeinde im Siedlungsbereich folgende drei Themen ergeben:

  1. Die Verkehrssituation allgemein
  2. Die Kantonsstrasse
  3. Ein fehlender Dorfkern zur Identitätsbildung

Mit dem Aufhänger der Gemeindehausplatzeröffnung wurden wir von der Regionalredaktion Zentralschweiz eingeladen zu diesen Themen Stellung zu nehmen.

Im Vorfeld wurden einige Bewohnerinnen und Bewohner Ebikons bereits vom Radio SRF interviewt. Die Aussagen sind spannend und aufschlussreich.

Das ganze Radio-Interview mit Begleittext findet man hier.

Mit dem Masterplan hat der Gemeinderat Ebikon ein Papier geschaffen, welches die langfristige und qualitative Entwicklung der Gemeinde aufzeigt.

Die offizielle Version des Masterplans ist noch in redaktioneller Überarbeitung. Einen ersten Einblick gibt es aber trotzdem bereits hier: Masterplan Ebikon

Die Eröffnung des Gemeindehausplatzes letzten Freitag war trotz des misslichen Wetters gut besucht. Einmal mehr zeigt es sich, dass die Äbikerinnen und Äbiker gerne gemeinsame Feste feiern. In diesem Sinne hat der Abend natürlich auch zur Identität beigetragen.

Hier noch eine kurze Impression unserer gemeindehauseigenen Band:

 

Herzlichen Dank

„Glücklich und zufrieden“, habe ich gestern mehrmals sagen dürfen und genau so ist es auch. Mit 6’274 Stimmen darf ich ein Topresultat verzeichnen, welches mich extrem freut. Ich danke allen Personen, die mich in den letzten Wochen so tatkräftig unterstützt haben, aber natürlich auch allen, welche mir mit dem Wahlzettel ihr Vertrauen ausgesprochen haben. Ich verspreche mich nach bestem Wissen und Gewissen auch in der nächsten Legislatur diesem Vertrauen würdig zu weisen.

 

Nicht für alle war der Sonntag jedoch ein Grund zur Freude. Der gestrige Tag hat einmal mehr gezeigt, dass eine Wiederwahl nicht selbstverständlich ist. So werden einige der Bisherigen im Juni nicht mehr dabei sein. Ich bedaure dies sehr, gibt es doch sehr engagierte und verdiente Politikerinnen und Politiker darunter.

Vor allem nachdenklich stimmt aber die Wahlbeteiligung von 38,7% (Rontal unter 30%). Anscheinend ist es drei von fünf Personen egal, wer im Kanton Luzern die Gesetze aufgleist oder ganz allgemein das Wohl der Bevölkerung steuert.

Schade.

Persönlich ärgert mich im Nachgang zu diesen Wahlen natürlich auch der eine Sitzverlust unserer Partei. Nach wie vor ist es schwierig unserer Bevölkerung aufzuzeigen, wer die Lösungen erarbeitet und nicht nur plakativ schiesst. Der Fokus vieler Wählerinnen und Wähler richtet sich nach dem Geschehen auf nationaler Ebene in Bern. Dabei übersieht man, dass der Kantonsrat das Geschick des Kantons steuert.

Diese drei kritischen Gedanken aber nur am Rande, grundsätzlich bin ich wie gesagt „glücklich und zufrieden“ und freue mich auf die neue Legislatur.

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung.

Die gesamten Wahlresultate finden Sie hier: www.wahlen.lu.ch

Wischiwaschi

In den letzten Monaten habe ich immer wieder den Vorwurf gehört, die CVP betreibe eine Wischiwaschi – Politik. Dies vor allem aus den Polparteien. Die Neue Luzerner Zeitung bezeichnet die CVP als defensive Partei. Es wird moniert, es fehle ein klares Parteiprogramm. Was ist da dran? Höchste Zeit einmal Klartext zu reden.

Wo steht die Schweiz?Sackstark

Uns Schweizerinnen und Schweizern geht es gut. Wir haben einen grossen Wohlstand, eine hohe Arbeitssicherheit, bestens funktionierende Sozialwerke und nicht zuletzt eine hohe Lebenszufriedenheit. Als Ursache für diese Umstände sind verschiedene Faktoren aufzulisten. Grundsätzlich wegbereitend ist aber immer die Politik, welche den Nährboden für Entwicklungen legt oder verhindert. Die Politik der Schweiz wurde in den letzten Jahrzehnten durch die Mitteparteien CVP und FDP geprägt, welche gemeinsam immer Mehrheiten in den Räten inne hatten. Man darf also getrost sagen, dass die heutige Schweiz auf dem Rücken der Mitte gewachsen ist.

In den letzten Jahren hat sich der politische Umgang verschärft. Insbesondere die beiden S-Parteien links und rechts torpedieren unser gut funktionierendes Staatssystem immer wieder mit unsinnigen Initiativen, welche oft reine Angstbewirtschaftung sind und uns kein Stück weiterbringen.

Welche Rolle haben die Medien?

Die Medien, besonders die Printmedien, stehen unter grossem Druck. Immer weniger Einnahmen haben zu einer massiven Ausdünnung geführt. Der grosse Existenzdruck führt auch dazu, dass Inhalte im Vergleich zu Auflagen und Einschaltquoten an Wichtigkeit verlieren. In diesem Zusammenhang ist es viel einfacher über radikale Positionen und Aussagen zu berichten, als über die komplizierten Vorgänge in der politischen Mitte. Zudem fehlen in immer mehr Medien Journalisten mit breitem politischen Wissen.

Was macht die CVP?

Mit hervorragenden Leuten macht die CVP die Knochenarbeit, auf welchem das Erfolgssystem Schweiz beruht. In zähen Verhandlungen werden die Kompromisse errungen, welche uns weiterbringen und nicht blockieren. Dazu arbeiten unglaublich viele Personen privat und beruflich mit. Die CVP hat zum Beispiel:

  • 39 Regierungsräte in 20 Kantonen
  • 39 von 120 Kantonsratssitze im Kanton Luzern
  • annähernd 50% aller Gemeinderatssitze im Kanton Luzern

Auf dieser Ebene wird die Politik gemacht, welche uns direkt betrifft. Leider werden viel zu oft Kantonspolitiker aufgrund nationaler Parteizugehörigkeit gewählt und nicht, weil sie sich hier vor Ort einsetzen. Hier gilt es genau hinzusehen.

Übrigens, wer genauer über das Parteiprogramm der CVP Luzern informiert sein will, findet dieses hier: http://www.cvpluzern.ch

Bericht aus dem Kantonsrat, Session vom 1./2. Dezember 2014

Rontaler vom 18. Dezember 2014

Nachdem an der Sondersession vom November das Sparpaket Leistungen und Strukturen 2 zu grossen Diskussionen führte, stand im Dezember der Aufgaben- und Finanzplan (AFP 2015-2018) sowie der Voranschlag 2015 im Zentrum der politischen Auseinandersetzung. Insgesamt wurden durch Parteien und Einzelpersonen über 47 Bemerkungen zum AFP eingegeben.

Von medialem Interesse waren die Streichung des Religionsunterrichtes an Gymnasien, die Kürzung im Bereich der sozialen Einrichtungen und der Kultur sowie die Einsparungen im Bereich des öffentlichen Verkehrs.

Neben kantonalen Themen gab es Vorstösse, welche direkten Einfluss auf das Rontal haben:

Gymnasium St. Klemens erhält weniger Geld

Das Gymnasium St. Klemens hat seit acht Jahren eine Leistungsvereinbarung mit dem Kanton Luzern zur Führung eines Kurzzeitgymnasiums. Die Schule erhält dazu Pro-Kopf-Beiträge von CHF 19‘000.- im Jahr. Die Regierung hat entschieden, diese Beiträge um 2‘700.- zu kürzen. Dies obwohl die Ausbildung an den kantonalen Schulen im Schnitt 26‘000.- kostet. Ein Antrag von Patrick Meier und Daniel Gasser die Beiträge nicht zu verändern, wurde im Kantonsrat mit 50:54 Stimmen verworfen.

Öffentlicher Verkehr auch von Sparmassnahmen betroffen

Während sich die rechtsbürgerlichen Parteien für einen Abbau des Fahrplantaktes einsetzten, wiesen die linken Parteien auf den Wert des öffentlichen Verkehrs hin. Leider sahen vor allem Vertreter der ländlichen Gebiete die Belastung von Stadt und Agglomeration durch den täglichen Verkehr nicht. Die Budgetkürzungen kamen mit 50:56 Stimmen durch.

Die grossen Themen waren wie beschrieben der Religionsunterricht, die sozialen Institutionen und der öffentliche Verkehr. Während der Religionsunterricht an Gymnasien weiterhin stattfinden soll, wurden die Kürzungen im Bereich der sozialen Institutionen von 5% im AFP mit grosser Mehrheit angenommen. Im Übergangsjahr 2015 müssen die sozialen Institutionen vorerst mit einer Kürzung von 2,5% budgetieren.

Der Voranschlag 2015 wurde in der Folge als Ganzes mit 91:24 verabschiedet.

Persönliche Meinung

Eine Mehrheit – insbesondere ländliche Vertreter – haben die Kürzungen im ÖV-Bereich gestützt. Dabei wurden die Bedürfnisse der Stadt und Agglomeration leider übergangen. Das Rontal hat bereits heute mehr Verkehr pro Tag als der Gotthardtunnel. Mit der Eröffnung der Mall of Switzerland im Sommer 2017 wird sich dieser Verkehr noch einmal massiv vermehren. Unser Strassenraum ist gebaut und lässt kaum noch Spielraum für Erweiterungen. Aus diesem Grund muss das ÖV-Angebot zwingend ausgebaut werden. Wenn ich sehe, was bereits ein kleiner Unfall in der Agglomeration heute in Stosszeiten an Chaos auslöst, müssen wir den Mehrverkehr ab 2017 bereits heute planen und steuern. Ebikon arbeitet deshalb an verschiedenen Massnahmen, welche diesen Veränderungen Rechnung tragen. Nicht zuletzt muss dabei die Mobilität unserer wichtigsten Arbeitgeber, den KMU, gewährleistet bleiben.

Mit den Kürzungen an „unserem“ Rontaler Kurzzeitgymnasium St. Klemens ist es gut möglich, dass die Stiftung die Elternbeiträge anheben muss. Dies wird dazu führen, dass vermehrt Schülerinnen und Schüler wieder die kantonalen Gymnasien besuchen. Das verursacht neben mehr Verkehr auch höhere Kosten für den Kanton: Die durchschnittlichen Pro-Kopf-Kosten bei den kantonalen Gymnasien liegen bei CHF 26‘000.-, das St. Klemens bildet mit CHF 19‘000.- aus.
Die vordergründige Sparmassnahme ist unverständlich, da das Gymnasium hervorragend privatwirtschaftlich geführt ist. Die Lehrpersonen arbeiten freiwillig eine Lektion pro Woche mehr, damit die Schulgelder familienverträglich bleiben. Das St. Klemens bietet so dem Steuerzahler die günstigste Ausbildung an Kurzzeitgymnasien kantonsweit.

Vollkasko-Mentalität

Leserbrief zum Artikel: «Hausärzte wehren sich gegen Kurspflicht», Neue Luzerner Zeitung, Ausgabe vom 3. November 2014

Hausärzte sollen in Zukunft einen Kurs besuchen müssen, um die Fahrfähigkeit von Senioren beurteilen zu können. Dieser Vorschlag des Bundesamtes für Strassen (Astra) ist ein typisches Beispiel für den aktuellen Trend, alles reglementieren zu müssen. Aus Gründen der Sicherheit werden immer mehr Facetten der Gesellschaft einem Paragrafen unterstellt. Diese Vollkasko-Mentalität untergräbt laufend den gesunden Menschenverstand und die Eigenverantwortung. Zudem führen die Reglementierungen zu immer mehr Diplom- und Zertifikatszwängen, welche uns Bürgerinnen und Bürger mit höheren Kosten belasten. Ein gutes Beispiel ist die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb), die allein in Ebikon eine halbe Million Franken mehr kostet als die bestens funktionierende Zusammenarbeit Gemeinderat/Amtsvormundschaft zuvor.

Auf privater Basis müssen plötzlich Einfahrten zu Tiefgaragen mit Maschendrahtzaun gesichert werden, Balkongeländer, welche jahrzehntelang keinen Gefahrenherd dargestellt haben, müssen ausgewechselt werden, da die jüngste Generation der Kinder jetzt herunterfallen könnte. Zu allen diesen Themen wünsche ich mir vermehrt wieder gesunden Menschenverstand und nicht eine Anhäufung von Regelwerken.

Daniel Gasser, Kantonsrat CVP, Ebikon

Ebikoner Gemeindepräsident rockt mit Stephan Eicher

Quelle: Neue Luzerner Zeitung vom 17.07.2014
Christian Hodel / christian.hodel@luzernerzeitung.ch

Montreux 2014

Basel/Montreux

21 Musiker aus der Zentralschweiz haben mit Stephan Eicher zwei grosse Auftritte gefeiert. Eine spezielle Rolle spielte dabei der Gemeindepräsident von Ebikon.

Ferien einmal anders: Vier Tage lang hat Daniel Gasser, Gemeindepräsident von Ebikon und CVP-Kantonsrat, die Politik auf die Seite geschoben. Bis am Sonntag tourte Gasser, der Trompete spielt, mit dem Musiker Stephan Eicher durch die Schweiz. Zwei Konzerte standen an: eines am «Summerstage» in Basel (10. Juli) und eines am Montreux Jazz Festival (12. Juli). «Mit Stephan Eicher auf der Bühne zu stehen war ein Erlebnis.» Ein Ritterschlag? «4000 Zuschauer hörten in Montreux zu. Dieser Aufritt bleibt für mich unvergesslich.»

Gasser arrangierte Eichers Werke

Neben Gasser waren in der Projektband namens «Eichhorns» 20 weitere Musiker aus der Zentralschweiz involviert. Gasser, der Schulmusik studiert und bis 2012 die Musikschule Ebikon geleitet hat, spielte dabei eine ganz spezielle Rolle. Er war neben den Zentralschweizern Musikern Pirmin Hodel und Thomas Gabriel einer der Arrangeure der zwölf gespielten Kompositionen.

Einen ersten Kontakt mit Eicher hatte Gasser bereits vor zehn Jahren. Damals war er Aktivmitglied der Ebikoner Guuggenmusik Näbelhüüler und spielte im Sommer 2004 unter dem Vordach des KKL. Eicher wiederum probte zur selben Zeit im Konzertsaal und hörte bei einer Pause den für einen Berner eher seltsamen Klängen zu. «Er war fasziniert von der Kraft und dem Groove unserer Musik», sagt Gasser. Es war der Beginn einer musikalischen Freundschaft. 2013 folgten in Köniz und Zürich zwei Auftritte von Eicher mit den «Näbelhüülern», wie Peter Schamberger sagt, der die Projektband für Basel und Montreux organisiert hat und selber mitspielte. «Unsere Band setzt sich aus einer bunten Truppe von Profimusikern und engagierten Laien zusammen und hat mit den ‹Näbelhüülern› nichts mehr zu tun.» An drei Tagen haben die Musiker in einem Tonstudio in Stalden OW die Kompositionen einstudiert, bevor sie mit Eicher und dessen Band an zwei Nachmittagen «alles zusammenfügten und die Feinabstimmungen vornahmen».

Eicher war beeindruckt From_Montreux_with_Love_Day4 063

Ein Erlebnis war das Projekt auch für Eicher, wie sein Manager Roger Guntern auf Anfrage sagt. «Die Musiker aus der Zentralschweiz sind ihm ans Herz gewachsen.» Vor allem die enorme Spielfreude habe den Rockmusiker und Chansonnier beeindruckt, der derzeit in den Ferien weilt. «Das Projekt war zwar weit weg von einer Guuggenmusig wie ein Jahr zuvor. Jedoch ist deren Charme geblieben.» Bei so viel Lob: Plant Eicher einen weiteren Auftritt mit den «Eichhorns»? «Ein weiteres Projekt ist durchaus denkbar», sagt Guntern. Geplant sei derzeit aber noch nichts. Gasser jedenfalls wäre einem weiteren Projekt nicht abgeneigt. «Es ist eine Ehre, von einem so bekannten Schweizer Künstler angefragt zu werden». Doch zuerst mache er jetzt Ferien und kümmere sich dann wieder um den politischen Alltag.

Eichhorns:

Barmet Stefan Euphonium
Bucher Silvan Trompete
Bucher Markus Tuba
Derungs Adi Trompete
Diehl Mike Posaune
Durrer Thomi Tuba
Estermann Stöfi Drums
Gabriel Thomas Posaune
Gasser Daniel Trompete
Hirschi Pirmin Drums
Hischier Bärti Tuba
Hodel Pirmin Euphonium
Imboden Patrick Drums
Jenny Iwan Drums
Läubli Cajus Tuba
Luciani Franco Trompete
Mattle Andy Posaune
Odermatt Fredie Trompete
Ottiger Patrick Trompete
Schamberger Markus Posaune
Schamberger Peter Euphonium

Videoimpressionen:

Dejeuner en paix

It’s a long way to the top

Hemmige (Umzug Auditorium Stravinski)