Ebikon steuert in die Zukunft!

Am 10. Februar stimmen die Äbikerinnen und Äbiker über die Umzonung Weichle und das Richtprojekt Qube ab. Keine Vorlage der letzten Jahre bewegte die Gemüter so stark.

In letzter Zeit werde ich kantonsweit regelmässig darauf angesprochen wie häufig unsere Gemeinde in den Medien auftaucht. Kürzlich habe ich einen Journalisten der Luzerner Zeitung damit konfrontiert. Er meinte:

„Das ist kein Wunder, keine andere der fünf grössten Gemeinden (K5) des Kantons ist momentan so spannend. Zum einen hat Ebikon keinen Einwohnerrat sondern eine eigene Form der demokratischen Mitwirkung, zum andern zeigt sich die Dynamik des Rontals in der grössten Gemeinde exemplarisch.“

Tatsächlich bewegt sich nach Jahrzehnten des eher gemächlichen Wachstums einiges im Rontal und speziell in Ebikon. Das Rontal gilt seit Jahren bei renommierten Beratern als eines der Gebiete mit grösstem Potential schweizweit. Auslöser für diese Entwicklung gibt es mehrere, zu erwähnen sind:

  • Die Eröffnung des Autobahnteilstückes im Knonaueramt 2009
  • Das Ja der Stimmbevölkerung Ebikons zum Bebauungsplan Ebisquare 2005
  • In der Folge davon die Eröffnung des Rontalzubringers 2010
  • aktiver Ausbau des ÖV-Angebotes
  • sicher aber auch Bodenpreise, welche für eine Boomregion eher im unteren Mittelfeld liegen

Die Präsentation des Gemeinderates anlässlich der letzten Orientierungsversammlung zu dieser Thematik finden Sie hier.

Dieses Wachstum löst Veränderungen und Ängste aus. Vertrautes verschwindet, Neues entsteht…

…und wie so oft möchten die einen bewahren und die anderen vorwärts gehen, oder anders gesagt: Die einen sehen die Risiken, die anderen die Chancen.

Umgang mit Wachstum

Persönlich bin ich überzeugt, dass es nur drei Möglichkeiten gibt mit Wachstum umzugehen:

  1. Wachstum bremsen
  2. Wachstum passieren lassen
  3. Wachstum qualitativ steuern

Wenn man dies soweit analysiert hat, bleibt für mich nur die dritte Variante, weil die anderen beiden entweder zu Stagnation, Rückschritt oder ungewollter Entwicklung führen.

Eine Entwicklung kann man nur gestalten, niemals aber aufhalten.

Aus diesem Grund verfolgt der Gemeinderat Ebikon nicht nur in Bildung, Finanzen und Immobilien seine Strategien sondern auch in der Raumplanung. In diesem Fall sind dies:

Mit diesen Instrumenten beobachtet und plant der Gemeinderat über mehrere Jahre hinweg die Bereiche Finanzen, Demografie und Siedlungsentwicklung.

Die äussere Wahrnehmung Ebikons:

Losgelöst von unseren herrlichen Naherholungsgebieten und den schönen Hanglagen wird Ebikon oft als wenig attraktives Strassendorf wahrgenommen. Regelmässig höre ich von Personen, dass Ebikon für sie bei der Wohnungssuche kein Thema war. Spitznamen wie Amplikon und Garagikon begleiten uns seit Kindesbeinen. Ein ehemaliger Kantonsgerichtspräsident sprach gar von einer „Randregion“.

Ich bin überzeugt, dass wir genau hier ansetzen müssen. Die Dynamik welche uns erfasst hat, bietet die einmalige Chance für eine bessere Positionierung.

Damit dies passieren kann, müssen wir neuen attraktiven Wohnraum schaffen, gleichzeitig aber auch Altbauten sanieren. Das Schlimmste wäre während Jahren folgende Ansicht:

Mit einer verhindernden Haltung riskieren wir, dass dieses Grundstück jahrelang brach liegt, wie dies mit anderen Liegenschaften bereits passiert.

Wir können nicht mit den Haltungen von gestern das Ebikon von morgen planen!

Qualitätssicherung

Alle neuen Bauprojekte unterliegen einer umfassenden Qualitätssicherung. Der Bebauungsplan Weichle zum Beispiel ist unter strengsten Auflagen entstanden und beinhaltet auf 27 Seiten die Richtlinien für die Gestaltung der Häuser, der Wege und Strassen, der Parkanlagen und nicht zuletzt der Quartiertreffpunkte. Für die konkrete Planung eines allfälligen Hochhauses ist ein qualitätssicherndes Wettbewerbsverfahren zwingend.  

Reglement Bebauungsplan Weichle

Persönliches Fazit

Ich stelle immer mehr fest, dass Altbauten nur zögerlich saniert werden, Fastfood löst traditionelle Restaurants ab, das Ortsbild wird trister, verschiedene Quartiere haben einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Familien mit Migrationshintergrund, der gesunde Bevölkerungsmix geht mehr und mehr verloren…

Hier müssen wir ansetzen, um nicht in eine Negativspirale zu kommen. Attraktiver Wohnraum zieht attraktives Publikum an. Dies zeigt die Statistik deutlich. Von 155 leeren Wohnungen im Juni 2018 waren 86% Altbauten. Die neu entstandenen Wohnungen gingen mehrheitlich schnell weg.

Viel mehr Angst als einige leere Neuwohnungen machen mir die negativen Tendenzen. Steuern wir unsere Gemeinde selbstbestimmt und aktiv in die Zukunft.

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