Zum Medienpaket

Leserbrief in der Luzerner Zeitung vom 03.02.2022

Gerne erinnere ich mich an die Zeit als es in Luzern das Vaterland, die LNN und das Tagblatt gab. Diese drei Tageszeitungen beleuchteten ein Thema jeweils aus verschiedenen Standpunkten und Perspektiven.

Auch im Rontal existierten bis vor einigen Jahren mit Rigi Anzeiger und Rontaler zwei Wochenzeitungen, welche mit journalistischem Handwerk regional berichteten.

Tempi Passati. Heute gibt es noch eine Tages- und eine Wochenzeitung in unserer Region. Die Gründe dafür sind klar. Immer mehr Werbegelder fliessen in neue Kanäle, zuvorderst die digitalen Medien.

Mit dem Medienpaket will der Bund die Vielfalt der Berichterstattung stützen und erhalten. Störend daran ist, dass auch grosse, finanziell gut aufgestellte Medienhäuser davon profitieren.

Kritiker monieren den staatlichen Einfluss auf die unabhängige Berichterstattung. Nur, was ist unabhängig? In den letzten Jahren haben vermehrt Private grosse Zeitungen übernommen und ihren persönlichen Stempel aufgedrückt.

Wenn ich nun also die Wahl habe zwischen einem Produkt, welches mit staatlichen Geldern und klaren Leitplanken versehen ist und einem privat finanzierten Medium, welches oft die Interessen des Geldgebers portiert, ist für mich die Wahl klar.

Sagen wir ja zu einer zeitlich begrenzten Medienunterstützung, von welcher kleinere Schweizer Unternehmen proportional stärker profitieren und die Schweizer Medien grundsätzlich gegenüber der ausländischen Konkurrenz gestärkt werden.

Ein Gedanke zu „Zum Medienpaket

  1. Die Aussage: „mit dem Medienpaket will der Bund die Vielfalt der Berichterstattung stützen und erhalten“ ist falsch.
    Der Bund will alle Medien finanziell bevorteilen, die Schreiben was der Bund wünscht. Dieses Gesetz ist sehr gefährlich.
    Medien müssen unabhängig sein, das ist das Grundgerüst von jeder funktionierenden Demokratie.
    Der Tagesanzeiger und Ringier brauchen das Geld gar nicht, das sind jetzt schon Multimillionäre. Die sind sehr clever und wickeln alle um den Finger. Wer das Gesetz befürwortet stört sich nicht an Abhängigkeiten und verkauft die Meinungsfreiheit. Von der Mitte bin ich schwer enttäuscht.

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